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X4 and the DST360

P2P Adapter Technologie

Von m.hammerer

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04/13/2022

Hintergrundinformation

Die Technologie des Leica DST 360 Adapter

Genauigkeit


Hintergrundinformation

Es gibt viele Gründe, warum eine einfache, direkte Distanzmessung nicht immer ausreichend ist, um seine Messaufgaben zu erledigen. Entweder sind die zu ermittelnden Distanzen nur schwer zugänglich, z.B. über eine Leiter oder durch besteigen eines Daches, oder man muss komplexere Geometrien erfassen, wo die räumliche Lage der Messpunkte wichtig ist. Dies trifft z.B. zu bei Räumen mit nicht-rechtwinkligen Ecken, bei Punkten, die nicht auf der gleichen Ebene liegen oder wenn man Geometrien so erfassen muss, dass sie anschließend in ein CAD Programm zur weiteren Verarbeitung importiert werden können.    

Solche Messungen sind sehr aufwendig, erfordern die Unterstützung durch Assistenten, oder man muss sie grundsätzlich Messexperten mit wesentlich aufwendigeren Messmitteln übergeben. Das kostet Zeit und verursacht vor allem zusätzliche Kosten.  

Bereits 2015 hat Leica Geosystems mit dem Leica DISTO S910 sein erstes handgeführtes Messgerät mit Punkt-zu-Punkt (P2P) Messmöglichkeiten entwickelt und erfolgreich im Markt eingeführt. Die Technologie ist im Vergleich zu anderen Messtechnologien sehr kostengünstig und einfach zu verwenden und findet daher immer breiteren Zuspruch. Auch aus diesem Grund wurde bereits wenige Jahre später der Adapter Leica DST 360 für die X-Serie der Leica DISTO Geräte eingeführt, mit dem sich die Funktion einfacher, kompakter Laser Messgeräte für P2P Messungen erweitern lässt.    

Die Technologie des Leica DST 360 Adapter

Die verwendete Technologie stammt aus dem Hause Leica Geosystems. Durch Verwendung neuartiger, hochentwickelter und kompakter Sensoren können Winkel mit einer Genauigkeit von ± 0.1° bestimmt werden. Da die Sensoren passiv arbeiten, also mit so gut wie keinem Energieverbrauch, erfolgt die Stromversorgung über vergoldete Federkontakte vom Leica DISTO her. Somit ist kein separates Wechseln der Batterien im Sensor erforderlich und auch die Anzahl möglicher Messungen beim Leica DISTO wird durch die Verwendung auf dem Leica DST 360 Adapter so gut wie nicht beeinträchtigt. Die Kommunikation der Messinformationen des Leica DST 360 Adapters erfolgt ebenfalls über eben diese Kontakte. Die im Sockel integrierte Flüssigkeitslibelle dient dazu, den Adapter zuerst grob zu nivellieren. Die präzise für die Messung relevante Nivellierung erfolgt über den im Leica DISTO integrierten Neigungssensor. Durch die Bestimmung der Messebene mittels 2-fachem Verdrehens des Systems erfolgt eine genaue Kalibrierung während des Nivelliervorgangs. Die mechanische Mehrfachaufnahme des DISTO Gerätes und die Feststellschraube mit Drehmomentbegrenzung (Schraube dreht bei zu starkem Anziehen durch) gewährleisten, dass durch die mechanische Aufnahme nur geringe Abweichungen erfolgen können. Der Adapter besteht aus einem Aluminiumguss, welcher besonders stabil über die Lebensdauer – auch bei häufiger Verwendung – ist. Da das präzise Anzielen von Messpunkten natürlich direkt in die Genauigkeit eingeht, verfügt der Leica DST 360 über horizontale- und vertikale Feintriebe. Eine Rutschkupplung ermöglicht rasches Anzielen durch Verdrehung per Hand, wogegen über Feintriebe dann die präzise Anzielung erfolgen kann. Das bedeutet optimale Benutzerfreundlichkeit.                        

Das grundsätzliche Prinzip mit den Messsensoren und dem Neigungssensor findet auch im Leica DISTO S910 Anwendung. Hier allerdings in der Form eines ausklappbaren Fußes (Smartbase), welcher auf einen rein mechanischen Adapter aufgeschraubt werden kann, und dieser dann das Gerät beim Anzielen nur mechanisch führt.  

Genauigkeit

Rein technisch gesehen, hängt die Genauigkeit einer Punkt-zu-Punkt (P2P) Messung im Wesentlichen von der Genauigkeit des Distanzmessers und des horizontalen bzw. vertikalen Winkelsensors ab. Da eine Kalibrierung des Neigungssensors im Leica DISTO während des Nivelliervorgangs erfolgt, kann dieser nahezu vernachlässigt werden. Daraus ergibt sich eine Abweichung für eine P2P Messung von typisch 5 mm auf eine Messdistanz von 5 m. Diese nimmt dann proportional mit der Distanz zu. Wir sprechen eben von einer typischen Genauigkeit, d.h. diese Abweichung kann bei den meisten Messungen üblicherweise auftreten *).        

Besonders wichtig bei der Durchführung von P2P Messungen ist allerdings auch das Anzielen bzw. die geometrische Anordnung von Messpunkten. Abweichungen beim Anzielen gehen natürlich direkt in die Genauigkeit ein. Es lohnt sich, die Position des Laserpunkts durch maximale Vergrößerung des Digitalen Zielsuchers oder sogar durch Herantreten an den Messpunkt zu überprüfen. Auch ist ein rechtwinkliges Auftreffen des Laserpunktes an einem Ziel definitiv von Vorteil. Wenn der Laser flacher auf ein Zielobjekt trifft, nimmt ebenso die mögliche Messabweichung zu. Man kann sich das gut vorstellen, wenn man den Laser über den Feintrieb leicht verstellt. Wenn ich schräg auf eine Wand messe, verfährt der Laserpunkt deutlich mehr zum eigentlichen Messpunkt, als wenn ich rechtwinklig auf ein Zielobjekt anziele. Entsprechend macht sich die mögliche Abweichung von ± 0.1° pro Sensor deutlich stärker bemerkbar! Man kann sich dann also gut vorstellen, was dies für das Resultat bedeutet.                

Beim Leica DISTO S910 ist der P2P Adapter im Gehäuse integriert, durch die kompakte Bauart wird allerdings dieselbe Genauigkeit erzielt, als mit der Bauart in einem externen Adapter.

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