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Vermessungsbüro Frommelt erstellt digitale Bestandspläne des Kurhauses Wiesbaden in wenigen Wochen

Aus Millionen an Messpunkten: Vermessungsbüro Frommelt erstellt digitale Bestandspläne des Kurhauses Wiesbaden in wenigen Wochen

Von aydoan.armutlu

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12. Mai 2026

Monumentale Säulenfassade, lichtdurchflutete Glaskuppel, starke architektonische Symmetrien. Das Kurhaus Wiesbaden ist ein neoklassizistischer Prachtbau. Für eine umfassende Sanierung brauchten die Architekten davon ein vollständiges, präzises digitales Abbild. Das beauftragte Vermessungsbüro Frommelt GmbH setzt dafür auf Lösungen von Leica Geosystems: eine Kombination aus stationärem und mobilem Laserscanning sowie einen durchgängigen Workflow von der Datenerfassung bis zur Auswertung. Das Projekt zeigt, wie sich selbst komplexe Bestandsaufnahmen effizient umsetzen lassen und welche Rolle Technologie, Erfahrung und Zusammenspiel der Systeme dabei spielen.

Das Foyer des Kurhauses Wiesbaden ist ein imposanter Raum: hohe Decken, reich verzierte Säulen, weit gespannte Sichtachsen. Heute bewegt sich darin ausnahmsweise nur Wolfgang Dienesch, ruhig und konzentriert. Vor sich schiebt er einen kompakten Scanwagen, auf dem der Laserscanner Leica BLK ARC montiert ist. Während er Schritt für Schritt vorangeht, erfasst das System kontinuierlich seine Umgebung. Wände, Raumkanten, jede Struktur wird Teil einer wachsenden digitalen Abbildung.

Wolfgang Dienesch ist Geschäftsführer des Vermessungsbüros Frommelt GmbH und mit einem klaren Auftrag hier: Er soll das Kurhaus vollständig erfassen, innen wie außen, vom Untergeschoss bis ins Dach, als Grundlage für die Planung anstehender Sanierungsmaßnahmen. Was früher Monate oder Jahre an punktueller Aufnahme bedeutet hätte, entsteht heute innerhalb weniger Wochen als hochdichte Punktwolke, präzise, vollständig, verknüpfbar.

Für Dienesch ist dieser Auftrag mehr als ein Projekt: „Als gebürtiger Wiesbadener ist das Kurhaus natürlich etwas ganz Besonderes für mich. Als die Anfrage kam, war sofort klar: Das machen wir. Und dass wir so ein Gebäude heute überhaupt in dieser Form erfassen können, liegt an der Technik. Mit den Lösungen von Leica Geosystems sind wir in der Lage, selbst solche komplexen Strukturen effizient aufzunehmen und am Ende belastbare Daten zu liefern.“

Der Auftrag: Digitale Grundlage für ein komplexes Bestandsgebäude

Das Kurhaus Wiesbaden zählt zu den bekanntesten historischen Gebäuden der hessischen Landeshauptstadt. Erbaut zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Plänen des Architekten und Malers Friedrich von Thiersch, steht es bis heute für die Verbindung von repräsentativer Architektur und vielfältiger Nutzung. Mit seinen Sälen, Kolonnaden und dem angeschlossenen Kurpark dient es als Veranstaltungsort für Kongresse, kulturelle Events und gesellschaftliche Anlässe. Gleichzeitig ist es ein technisch komplexes Gebäude, das über Jahrzehnte gewachsen ist und zahlreiche bauliche Anpassungen erfahren hat.

Für eine umfassende Sanierung, beginnend mit dem gesamten Küchenbereich des Kurhauses, benötigte das verantwortliche Architekturbüro Zaeske eine verlässliche Planungsgrundlage. Das Problem: Das Kurhaus ist ein historisches Gebäude, mehrfach erweitert, was auch bedeutete: Die Bestandspläne waren unvollständig, uneinheitlich oder nicht in der erforderlichen Detailtiefe vorhanden. Gesucht wurde daher ein präzises, durchgängiges digitales Abbild (digitaler Zwilling) des gesamten Gebäudes, vom Untergeschoss bis ins Dach, inklusive Fassaden, technischer Bereiche und aller relevanten Strukturen.

Mit dieser Aufgabe wurde das Vermessungsbüro Frommelt betraut. Die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro besteht seit vielen Jahren, entsprechend früh wurde Dienesch in die Überlegungen einbezogen. Wolfgang Dienesch erzählt: „Das Architekturbüro hat Anfang letzten Jahres signalisiert, dass im Kurhaus Vermessungsbedarf entstehen wird, und gefragt, ob wir das personell und technisch leisten können. Uns war klar: Das wird durch die Größenordnung des Gebäudes anspruchsvoll. Aber wir wollten das Projekt umsetzen. Als es konkret wurde, haben wir zusätzlich zu unseren bestehenden Scannern in einen mobilen Laserscanner investiert, den Leica BLK ARC, um große Innenbereiche effizient im laufenden Betrieb erfassen zu können. Kurz darauf haben wir den Auftrag erhalten.“

Für eine umfassende Sanierung, beginnend mit dem gesamten Küchenbereich des Kurhauses, benötigte das verantwortliche Architekturbüro Zaeske eine verlässliche Planungsgrundlage.


Effiziente Vermessung durch Kombination aus stationären und mobilen Scannern

Die Vermessung des Kurhauses erfolgt auf Basis eines georeferenzierten Festpunktfelds, über das die Verknüpfung von Außen- und Innenaufnahmen sichergestellt wird. Frommelt kombiniert dabei stationäres und mobiles Laserscanning, , eingebunden in ein gemeinsames Festpunkt- und Registrierungskonzept und abgestimmt auf die jeweiligen Anforderungen im Gebäude. Für den Außenbereich sowie für Bereiche mit besonders hohen Detailanforderungen kommt der Leica RTC360 zum Einsatz. Der statische Laserscanner liefert hochauflösende Punktwolken und eignet sich vor allem für Fassaden, ornamentreiche Bauteile und komplexe Geometrien. Durch die hohe Messgeschwindigkeit und die automatische Vorregistrierung der einzelnen Scans, sogenannte Walks, direkt vor Ort in Leica Cyclone FIELD 360 kann er zahlreiche Scanpositionen in kurzer Zeit erfassen und sauber miteinander verknüpfen.

Innen setzt das Team, bestehend aus Dienesch und einem Kollegen, zusätzlich auf den mobilen Laserscanner Leica BLK ARC. Er wird auf einem Scanwagen durch das Gebäude bewegt und ermöglicht eine kontinuierliche Erfassung großer Flächen, auch über mehrere Räume hinweg. Grundlage dafür ist die Kombination aus LiDAR SLAM und Visual SLAM: Neben den reinen Laserdaten nutzt das System auch visuelle Merkmale wie Kanten, Türöffnungen oder Strukturen zur Orientierung im Raum. Die einzelnen Walks werden dabei fortlaufend registriert und mit den statischen Scanpositionen verknüpft. Gerade in komplexen Innenräumen sorgt das für eine stabile Positionsbestimmung und eine zuverlässige Verknüpfung der Scans. In weitläufigen Bereichen wie Foyers oder Sälen spielt das System seine Stärken aus, da weniger einzelne Standpunkte notwendig sind und der Aufnahmeprozess deutlich beschleunigt wird.

Insgesamt werden rund 40.000 Quadratmeter erfasst, vom Untergeschoss bis zum Dachgeschoss, inklusive aller Nebenbereiche. Die Kombination beider Systeme erweist sich als entscheidend für die Effizienz des Projekts. Während der Leica RTC360 überall dort eingesetzt wird, wo maximale Detailtiefe erforderlich ist, ermöglicht der Leica BLK ARC eine schnelle, flächige Erfassung der Raumstrukturen. Die Verknüpfung zwischen Außen- und Innenaufnahmen erfolgt über Festpunkte, die im Außenbereich aufgebaut und in den Innenraum übertragen werden. Auf dieser Basis lassen sich die Scans aus beiden Aufnahmeverfahren lagegenau miteinander verbinden und in einem gemeinsamen Koordinatensystem auswerten. So entsteht in vergleichsweise kurzer Zeit ein vollständiger digitaler Zwilling des Gebäudes. „Mit herkömmlicher tachymetrischer Aufnahme, also punktweiser Erfassung über Winkel- und Streckenmessung und freie Stationierung, hätten wir für ein Gebäude dieser Größenordnung über Monate hinweg punktweise messen müssen. Heute sind wir im Außendienst deutlich schneller. Das macht solche Projekte erst wirtschaftlich umsetzbar“, so Dienesch.

Insgesamt werden rund 40.000 Quadratmeter erfasst


Von der Punktwolke zu einem Plan, mit dem gearbeitet werden kann

Im Büro beginnt dann der eigentliche Auswertungsprozess. Hier werden die Scandaten zusammengeführt, aufbereitet und in eine belastbare Grundlage für die Planung überführt. Zum Einsatz kommt bei Frommelt dabei die Software Leica Cyclone REGISTER 360 PLUS. In ihr werden die einzelnen Scans beider Sensoren zunächst automatisch vorregistriert und anschließend über Cloud-to-Cloud-Verfahren zu einer konsistenten Gesamtpunktwolke zusammengeführt. Die Software unterstützt diesen Prozess durch automatische Vorregistrierung, visuelle Kontrolle und präzise Nachbearbeitung. Schritt für Schritt entsteht so ein dreidimensionales Gesamtmodell des Gebäudes aus einem Guss.

Dienesch erläutert: „Die einzelnen Scans sauber zusammenzuführen ist wie ein Puzzle. Dabei hilft uns die Software enorm, weil viele Schritte bereits automatisiert unterstützt werden und wir gleichzeitig die volle Kontrolle über die Qualität behalten.“

Im nächsten Schritt wird die Punktwolke mittels der Software Leica Cyclone 3DR über Klassifizierungs- und Filterprozesse (z. B. automatische Erkennung und Entfernung von Personen, Mobiliar und temporären Objekten) bereinigt, um eine klare, reduzierte Datenbasis zu schaffen. Die automatisierten Funktionen verarbeiten die große Datenmengen reibungslos und reduzieren den manuellen Aufwand deutlich. Aufwand bleibt dennoch. Während die Datenerfassung im Außendienst vergleichsweise schnell erfolgt, nimmt die Aufbereitung im Innendienst mehr Zeit in Anspruch. Darin liegt jedoch der entscheidende Mehrwert: Aus Millionen von Messpunkten entsteht eine strukturierte, verlässliche Grundlage, auf der Architekten sicher weiterarbeiten können.

„Viele unterschätzen, wie viel Arbeit in der Auswertung steckt“, so Dienesch. „Aber genau hier entsteht die Qualität. Am Ende liefern wir keine Punktwolke, sondern Pläne, mit denen tatsächlich gearbeitet werden kann.“ Die Kombination aus schneller Datenerfassung im Feld und leistungsfähiger Verarbeitung im Büro ermöglicht einen durchgängigen Workflow, von der ersten Aufnahme bis zur fertigen Planungsgrundlage.

Die Kombination aus schneller Datenerfassung im Feld und leistungsfähiger Verarbeitung im Büro ermöglicht einen durchgängigen Workflow, von der ersten Aufnahme bis zur fertigen Planungsgrundlage.


Seit 2001 Kontinuität in Technologie und Workflow mit Leica Geosystems

Das Vermessungsbüro Frommelt arbeitet seit über zwei Jahrzehnten mit Lösungen von Leica Geosystems. Der Einstieg erfolgte 2001 mit dem ersten Tachymeter, danach erweiterte das Unternehmen sein Portfolio kontinuierlich, von weiteren Tachymetern über GNSS-Systeme bis hin zu den heute eingesetzten Laserscannern und der Auswertesoftware. Dienesch kommentiert: „Wir haben damals mit Leica Geosystems angefangen und sind dabeigeblieben. Die Geräte sind präzise, die Bedienung ist durchdacht, und wir können uns darauf verlassen, dass alles sauber zusammenspielt, vom Außendienst bis in die Auswertung.“

Ein zentraler Faktor ist dabei die Durchgängigkeit des Workflows. Die Hardware im Feld und die Software im Büro greifen ineinander, Daten lassen sich ohne Brüche weiterverarbeiten, Prozesse bleiben konsistent. Gerade bei komplexen Projekten wie dem Kurhaus Wiesbaden zeigt sich der Vorteil eines abgestimmten Systems.

Hinzu kommt die technologische Weiterentwicklung. Neue Gerätegenerationen ermöglichen es dem Büro, sein Leistungsspektrum auszubauen und zusätzliche Aufträge zu realisieren, die früher entweder nicht wirtschaftlich oder technisch kaum umsetzbar gewesen wären.

„Mit der Scannertechnologie haben wir ein ganz neues Geschäftsfeld erschlossen. Solche Projekte hätten wir vorher so nicht bearbeiten können. Heute können wir große und komplexe Gebäude effizient erfassen und unseren Kunden eine ganz andere Datenqualität liefern.“ Davon profitieren auch die Auftraggeber. Die höhere Effizienz in der Datenerfassung und die präzise Auswertung führen zu belastbaren Planungsgrundlagen in kürzerer Zeit. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten in der Nutzung der Daten, etwa für digitale Modelle oder weiterführende Analysen.

„Mit der Scannertechnologie haben wir ein ganz neues Geschäftsfeld erschlossen.


Zuverlässigkeit über das gesamte Projekt hinweg

Neben der Technologie selbst hebt Dienesch einen weiteren Aspekt hervor, der für ihn im Projektalltag entscheidend ist: der Service und Support von Leica Geosystems. Er erklärt: „Der Support funktioniert bei Leica wirklich sehr gut. Wir haben feste Ansprechpartner, erreichen schnell jemanden und bekommen konkrete Hilfe. Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung ist das enorm wichtig, weil man sich keine längeren Ausfälle leisten kann.“ Technische Fragen, Abstimmungen zur Datenverarbeitung oder kurzfristige Probleme konnten schnell gelöst werden, ohne den Projektfortschritt zu gefährden.

Am Ende bleibt für ihn vor allem die Erfahrung eines außergewöhnlichen Projekts: „Das Kurhaus zu vermessen, war für mich persönlich das Highlight meiner bisherigen Laufbahn. Man kennt das Gebäude, aber wenn man jeden Raum, jeden Gang, jeden Bereich wirklich durchläuft und erfasst, bekommt man einen ganz anderen Blick darauf. Das ist etwas Besonderes.“

Dass ein Projekt dieser Größenordnung heute effizient und in der erforderlichen Qualität umgesetzt werden kann, führt Dienesch klar auf die eingesetzte Technologie zurück: „Die Kombination aus den Lösungen von Leica Geosystems im Außendienst und in der Auswertung war hier der entscheidende Faktor. So konnten wir das Projekt nicht nur bewältigen, sondern auch auf einem Niveau umsetzen, mit dem wir und unser Auftraggeber sehr zufrieden sind.“

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