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Leica BLK360 in front of Knowlton Church

Scanning römischer Ruinen, prähistorischer Grabhügel und mittelalterlicher Burgen in England: Elias Logan und der BLK360 Teil 3

Von Elias Logan

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09/02/2020

Inzwischen bin ich vom ländlichen Norden Schottlands in das lebhaftere südlich liegende England gereist. Dieses ist heute nicht nur dichter besiedelt, sondern spiegelt auch eine bewegte und ereignisreiche Vergangenheit in einem beträchtlichen Bestand an scanwürdigen Steinruinen wider. Während meine Zeit in Schottland gleichmäßig zwischen den konzentrierten Einsätzen bei den Ausgrabungen am Ness of Brodgar und meinen umherziehenden Forschungsarbeiten aufgeteilt war, benötigte es in England schnellere Scan-Workflows, um alle interessanten Stätten zu erfassen. Dabei wurde dem BLK360 zwischen den einzelnen Standorten kaum eine Ruhepause gegönnt.  

Also, schnallen Sie sich an auf unserer gemeinsamen Fahrt über die engen, kurvigen Landstraßen!


Der BLK360 zeichnet Besiedlungsschichten auf

Während die schottischen Scans von prähistorischen bis zu mittelalterlichen Ruinen reichten, präsentierte die britische Szene meinen Scanstudien eine weitere historische Epoche, nämlich die römische.

Meine erste Begegnung mit einer römischen Struktur hatte ich an der nördlichen Grenze des Empires, nämlich mit dem Hadrianswall, der errichtet wurde, um sich gegen die Angriffe der Clans aus dem Norden zu verteidigen. In den danach besuchten Städten, von Lincoln bis London, fanden sich bei ähnlichen Verteidigungsmauern, die lehrbuchmäßig aus gering bearbeiteten Steinblöcken und Lehmziegelschichten errichtet worden waren, ebenso Spuren der römischen Epoche. 

Meilenkastell am Hadrianswall

Diese römischen Befestigungsanlagen wurden oft renoviert, umfunktioniert oder die Feudalherren errichteten darauf im Mittelalter Festungen und befestigte Städte wie York; dort erfasste der BLK360 Segmente der ursprünglichen römischen Mauer, die zwischen und unter mittelalterlichen Aufbauten, wie dem “Multangular Tower” und der gotischen Kirche St. Maurice, eingebettet waren. 

Mehrwinkliger Turm der Stadtmauer von York

Haben die Römer in ihrer glanzvollen Zeit unter der (spärlichen) Sonne Englands bereits ihre Spuren hinterlassen, so überwiegt doch die Zahl der Ruinen im Land, die Heimat der Feudalkönige, Ritter, Geistlichen und sonstigen Persönlichkeiten des Mittelalters waren. Während das Großformat vieler solcher Strukturen - darunter besonders bemerkenswert sind die immensen gotischen Kathedralen - meine Fähigkeiten und Verfahren (siehe unten) überstieg, waren die Teilruinen von Burgen, Kapellen und Klostergebäuden erstklassige Objekte für den Scanner und meine Forschungsarbeit.  

Ein anderer interessanter Fall findet sich auf dem Salisbury Plain, wo Mittelalter auf Prähistorie trifft. Die kleine Ruine der Knowlton Church liegt mitten in einem Erdhügelring, ähnlich dem von Stonehenge und anderen bekannten Steinkreisen. Erneut stellte der Vollkreis-Scanvorgang des BLK360 sicher, dass diese Erdwalle ebenso in den Studienfokus gerieten wie die Kirchenwände aus Feuersteinbruch und Sandsteinblöcken.   

Knowlton Kirche und Erdarbeiten

Während meiner Tour durch England zeigte sich der prähistorische Zeitraum nicht nur durch Erdwälle, auch wenn die Erde in mehreren dieser Scans deutlich hervorsticht. In der Region Cotswold, zum Beispiel, erfasste ich mit dem BLK digital mehrere lange Hügelgräber: Erdhügel, die Kammerkonstruktionen aus Steinorthostaten und Decksteinen umhüllen, und die - sobald der sie umgebende Boden abgetragen wurde - oft als Dolmen zu erkennen sind. Daher musste ich bei diesen Strukturen unter schwierigen Lichtbedingungen, beengtem Platzangebot und mit Scanmethoden arbeiten, die ich aus der Notwendigkeit heraus in den Steinhügelkammern und Erdhäusern Schottlands entwickelt hatte.  

Long Barrow (Hünenbett) von Nympsfield

 

Laser-Scanning als Unterstützung der Erhaltungsarbeiten am Weeting Castle

Während ich mich um die “tief liegenden und eingeschlossenen” Strukturen in den Cotswolds im Bezirk Norfolk kümmerte, überließ ich die “offen liegenden und exponierten” Strukturen den Experten. Als Ergänzung der Studie zur historischen Erhaltung überlappten sich meine Scanarbeiten am Weeting Castle mit der Mauerwerkinspektion durch die Building Conservation Solutions (BCS), Ltd. 

Während der BLK360 und ich den Umkreis des mittelalterlichen Herrenhauses scannten, überprüfte der BCS-Direktor (und Kletterer) Joseph Picalli die Intaktheit der Feuersteinruine in den oberen Bereichen an einem Sicherungsseil und auf einer 7,5 Meter hohen Leiter. Glücklicherweise konnte ich aufgrund der herausragenden Reichweite des BLK festen Boden unter den Füßen behalten und diejenigen Bereiche, die Joe inspizierte, erfassen! 

Weeting Castle

Wieder zurück auf dem Boden informierte mich Joe, dass BCS seit 18 Jahren Konservierungsarbeiten an über 40 historischen Stätten des Landes durchgeführt hat - von der hoch aufragenden Kirchturmspitze der Lincoln Cathedral bis zum klobigen Schornstein der Magpie Mine. Unser Gespräch bot Einblicke, durch die wir nicht nur die steinerne Zusammensetzung von Weeting Castle und der benachbarten Stätten besser verstehen konnten, sondern auch die Rolle der Darstellung in der historischen Konservierungspraxis, insbesondere durch Zeichnen der Stätte, um diese darzustellen. 

Die These von Joe über die Wichtigkeit der Hand-Geist-Verbindung, die beim Zeichnen eine Rolle spielt, unterstrich beispielsweise die Bedeutung der Skizzierbemühungen, die ich an jeder Stätte vornehme, auch wenn der BLK diese bei weitem in Sachen Genauigkeit und Umfang übertrifft. Während also der Scanner ein sofortiges Feedback an den Nutzer über eine Punktewolke via Software auf einem iPad Pro liefert, empfehle ich dennoch, den Scanstandort auf „altmodische” Weise in einer planimetrischen Skizze festzuhalten. 

Plan von Weeting Castle (GIF)

Risiko und Belohnung liegen nah beieinander, wenn die Scans vom Gerät auf den Computer heruntergeladen werden, um das Maß der Scannerabdeckung aufzudecken, die in der kompilierten Scandatei erfasst wurde. Unabhängig davon: Wenn man die Rolle von Hand, Geist und BLK im Darstellungsprozess berücksichtigt, regt das eine Reihe von Scan-Prinzipien an, die sich meinen vier Scankriterien, die ich im letzten Beitrag vorstellte, anschließen: 

 

Die drei Scanprinzipien /-praktiken von Elias Logan

  • Darstellende Redundanz: Ein 3D-Scan versteht sich nicht als Ersatz, sondern als Zusatz zum darstellenden Toolkit. In der Praxis bedeutet das, dass Notizen, Skizzen und Fotografien einer Stätte simultan mit dem Scannen erstellt werden sollten. Insbesondere, wenn man das Gerät ohne eine iPad-Schnittstelle betreibt, ist das Skizzieren eines Plans der Struktur mit Angabe der Scanstandorte von höchster Wichtigkeit.  
  • Präzision: Die Vollständigkeit eines 3D-Scans sollte nicht mit Präzision (oder Erfolg) verwechselt werden. Das bedeutet, dass man so viel wie möglich im Rahmen des Reiseplans, der Stätte und der Stättebedingungen erfassen sollte, bevor man mit dem nächsten Standort fortfährt. Als Teil einer Reisegruppe überwiegt die Priorität des Abdeckens vieler Stätten die Tiefe der Darstellung einer einzelnen Stätte. Ebenso wie diese Stätten Fragmente früherer ganzer Strukturen sind, können die Scans oft als ähnlich fragmentiert verstanden werden. Da die Forschung primär eher phrasenhaft als professionell arbeitet, sollten fehlende Informationen als Weg erachtet werden, dies weiter zu betrachten und zu analysieren, und nicht so sehr als Fehler oder Übersehen.    
  • Respekt: Die Intaktheit der Stätte, der Genuss für andere Besucher sowie die Sicherheit beider sollten vor den 3D-Scanningerwägungen Vorrang haben. In der Praxis bedeutet das, dass Scanning-Vorgänge keine fassbaren Spuren hinterlassen (abgesehen von einem gelegentlichen Stativabdruck im Boden), Absperrungen zum Schutz fragiler Bereiche überwachen und Störungen des Besuchererlebnisses minimieren sollten. Letzteres bedeutet, dass man vermeiden sollte, einen Besucher zu bitten, einen Moment zu warten oder während des Scanvorgangs Platz zu machen. Mit genügend überlappenden Scans können sie immer aus dem Modell geschnitten werden! Und wenn Besucher neugierig sind, macht es Spaß, ihnen das Projekt und die Funktionsweise des Geräts zu erklären.   

Mi diesen Scankriterien und -prinzipien im Hinterkopf, wird uns der nächste Beitrag nach Kontinentaleuropa führen. Dort werden der BLK360 und ich es in ganz Frankreich mit mächtigen Megalithen, weiteren römischen Ruinen und Klippenschlössern zu tun haben. Ich werde über meine Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit einem Team, das für die Restaurierung mittelalterlicher Festungen zuständig ist, berichten und einige bewährte Verfahren für die Verarbeitung von Scans vorstellen. Bis dahin, auf Wiedersehen!  

 

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